Vorträge

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„Der Garten im Wandel – von Nutzfläche bis Biotop“ – Vortrag von Fernsehgärtner Mathias Schuh am 08. April 2019

In einer Gemeinschaftsveranstaltung der LandFrauenvereine Auetal und Pattensen und Umgebung referierte der bekannte Gärtner Matthias Schuh vom Freilichtmuseum am Kiekeberg über die Entwicklung von Gärten im Lauf der Jahrhunderte und Moden der Gartengestaltung. Im Gasthaus Vossbur in Tangendorf erlebten 86 interessierte LandFrauen einen spannenden und informativen Vortrag und nutzten die Gelegenheit, dem aus der Fernsehsendung „Mein Nachmittag“ des NDR bekannten Gärtner viele Fragen zu stellen. Im Vortrag und in der Diskussion nahmen Themen wie die Umwandlung von Nutzgärten in Ziergärten, die Veränderungen beim Anbau von Nutzpflanzen sowie die Anlage von Hochbeeten und bienenfreundlicher Gärten einen breiten Raum ein. Die Landfrauen interessierten sich besonders für Informationen über bienenfreundliche Blumen und Stauden – wobei mit bienenfreundlich insbesondere Wildbienen (und auch Hummeln) gemeint sind. So kann beispielsweise mit Taubnesseln und Elfenkrokussen schon früh im Jahr für „Insektenfutter“ gesorgt werden. Auch Modeerscheinungen bei der Gartengestaltung wie Koniferen in den Gärten in den siebziger Jahren, der Einzug von Kirschlorbeer und Kiesbeeten/Steingärten als vermeintlich pflegeleichte Alternativen und deren okölogischer Nutzen wurden angesprochen.

 

Die LandFrauen erfuhren an diesem Abend nicht nur etwas über den ursprünglichen Begriff „Garten“ als umschlossener, geschützter Raum (der im Begriff „Kindergarten“ noch gut nachzuvollziehen ist) und den Beginn des Gärtnerns an sich mit dem Beginn der Sesshaftigkeit des Menschen, sondern erhielten auch praktische Tipps für die Aussaat von Gemüse (Tomatensamen eine Nacht einweichen) und die Ernte von selbst gezogenem Samen (die ersten Schoten bei alten Bohnensorten stehen lassen). Mit zunehmendem Wohlstand in der Bevölkerung wandelte sich der Garten von der Produktionsfläche zum Ziergarten. Und so verschwanden ältere Gemüsesorten aus den Gärten. Auf verschiedenen Tafeln und Fotos lernten die LandFrauen alte – zum Teil fast vergessene – Gemüsesorten kennen wie Erdbeerspinat, Etagenzwiebel, Benediktinererbse oder türkische Erbse (die in Wirklichkeit eine Bohne mit einem rundlichen Korn ist). Auch ging die Vielfalt bei den Gemüse- und Obstsorten stark zurück: hier wurden beispielhaft alte Sorten des Blutrhabarbers, der bitterstoffreiche Braunkohl oder der „Tangendorfer Brautapfel“ genannt. Matthias Schuh erzählte die wunderschöne Geschichte vom Saatgut einer besonderen Erbsensorte, das seit dem 1.Weltkrieg in Vierhöfen selbst gezogen, weitergegeben und nun an ihn übergeben wurde. Tipps zur Rasenpflege mit launigen Hinweisen auf die Vielfalt beim Löwenzahn rundeten den Vortrag ab ( wer hätte gedacht, dass es rund 1.800 verschiedene Löwenzahnarten gibt?). Dieser Vortrag hat sicherlich vielen LandFrauen noch mehr Lust aufs Gärtnern gemacht.